FRIEDEN

Dezember 23rd, 2016

Der Krieg kündigt sich durch Schimpfworte an.
Afrikanisches Sprichwort

Wer den Frieden liebt, muss genauso effektiv arbeiten wie die Kriegstreiber.
Wenn diese Kriegspropaganda treiben, müssen wir mit allen Kräften für den Frieden werben.
Martin Luther King

Wenn du deine Hand ausstreckst, mich zu töten,
werde ich nicht meine Hand ausstrecken, dich zu töten;
denn ja, ich fürchte Gott, den Herrn der Welten.
Koran, Sure 5:28

Frieden beginnt mit einem Lächeln.
Lächle fünfmal am Tag einem Menschen zu, dem du gar nicht zulächeln willst.
Tu es um des Friedens willen.
Mutter Teresa

Wenn ihr verzeiht,
vergebt und Nachsicht übt,
so ist auch Allah es,
der euch vergibt und sich eurer erbarmt.
Koran, Sure 64:14

Der Herr zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen!
Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und
Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg.
Jesaja 2,3-4

Hütet euch, hütet euch, Rache zu nehmen, selbst dann, wenn jemand nach deinem Blut dürstet.
Hütet euch, hütet euch, die Gefühle eines anderen zu verletzen, auch wenn er ein Übeltäter ist und euch Böses wünscht. Schaut nicht auf die Geschöpfe, wendet euch ihrem Schöpfer zu.
Abdu’l-Babá

Wahrer Friede bedeutet nicht bloß die Abwesenheit von Konflikten, sondern die Gegenwart von Gerechtigkeit.
Mahatma Gandhi

Ein friedfertiger Mensch ist mehr nütze als ein gelehrter.
Thomas von Kempen

Der Friede geht aus von dem, der Liebe sät und sie Taten werden lässt.
Die Werke der Liebe sind immer Werke des Friedens; wo Liebe ist, da ist Frieden.
Mutter Teresa

Der Frieden kommt durch Verständigung, nicht durch Vereinbarung.
Arabisches Sprichwort

Krieg ist, wenn Menschen aufeinander schießen, die sich nicht kennen,
auf Befehl von Menschen, die sich wohl kennen, aber nicht aufeinander schießen.
George Bernard Shaw

Der Friede vermag alles, der Krieg nichts.
Bruno Kreisky

Die deutliche Sprache der Gewehre verstehen immer nur die Erschossenen.
Wolf Biermann

Frieden kannst du nur haben, wenn du ihn gibst.
Marie von Ebner-Eschenbach

Dauernder Friede kann nicht durch Drohungen, sondern nur durch den aufrichtigen Versuch vorbereitet werden, gegenseitiges Vertrauen herzustellen.
Albert Einstein

Der Friede Gottes ist nicht Ruhe, sondern treibende Kraft.
Albert Einstein

Die Erhaltung des Friedens beginnt damit, dass der einzelne Mensch friedliebend ist. Wer selbst keinen inneren Frieden kennt, wird auch in der Begegnung mit anderen Menschen keinen Frieden finden.
Dalai XIV. Lama

Bei Gott, er ist nicht gläubig!
Bei Gott, er ist nicht gläubig!
Bei Gott, er ist nicht gläubig!
Schwor der Prophet.
»Wer ist nicht gläubig, o Gesandter Gottes?« fragten seine Gefährten.
»Derjenige, vor dem sich sein Nachbar nicht sicher fühlen kann.«
Muslimische Überlieferung

Jeder Krieg ist eine Niederlage.
Any war is a defeat.
Toute guerre est une défaite.
Ogni guerra e una sconfitta.
Johannes Paul II

Im Frieden werden die Väter von ihren Söhnen begraben, im Krieg aber die Söhne von ihren Vätern.
Herodot

Im Krieg verliert auch der Sieger.
Italienisches Sprichwort

Nicht der Krieg, der Friede ist der Vater aller Dinge.
Willy Brandt

Gewalt schafft niemals einen dauerhaften Frieden.
Martin Luther King

Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden.
Paulus an die Römer
Nachdem ich zum Verzicht bereit war, fand ich den Frieden.
Antoine de Saint-Exupéry

Durch Begegnung entsteht Friede.
Ralf Kennis

Die Friedensliebe fängt damit an, dass man aufhört, von gerechten Kriegen zu sprechen.
Sigmund Graff

Welch große Eroberung ist der Friede! Wenn du einem Menschen den Frieden schenkst, würde er lieber zahllose weitere Schmerzen auf sich nehmen, als ihn wieder zu verlieren. Denn alle zusammen wiegen nicht ein Leben ohne Frieden auf.
Chiara Lubich

Frieden entstammt einem in sich ruhenden Herzen, das keinen Neid kennt und nicht nach materiellem Gewinn giert.
Yehudi Menuhin

Wenn man Frieden will, muss man immer derjenige sein, der zuerst die Hand reicht.
Yitzak Rabin

Teilweise aus: Der Friede lässt uns keine Ruhe. Hundert Worte über den Frieden. Wilhelm Mühs (Hg), Verlag Neue Stadt, Münchener Str. 2, D – 85667, Oberpframmern, München 2001, 112 Seiten, www.neuestadt.com, ausgewählt von R. Kennis

FRIEDEN

Dezember 23rd, 2016
Der Krieg kündigt sich durch Schimpfworte an.
Afrikanisches Sprichwort

Wer den Frieden liebt, muss genauso effektiv arbeiten wie die Kriegstreiber.
Wenn diese Kriegspropaganda treiben, müssen wir mit allen Kräften für den Frieden werben.
Martin Luther KingWenn du deine Hand ausstreckst, mich zu töten,
werde ich nicht meine Hand ausstrecken, dich zu töten;
denn ja, ich fürchte Gott, den Herrn der Welten.
Koran, Sure 5:28 Frieden beginnt mit einem Lächeln.
Lächle fünfmal am Tag einem Menschen zu, dem du gar nicht zulächeln willst.
Tu es um des Friedens willen.
Mutter Teresa

Wenn ihr verzeiht,
vergebt und Nachsicht übt,
so ist auch Allah es,
der euch vergibt und sich eurer erbarmt.
Koran, Sure 64:14Der Herr zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen!
Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und
Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg.
Jesaja 2,3-4 Hütet euch, hütet euch, Rache zu nehmen, selbst dann, wenn jemand nach deinem Blut dürstet.
Hütet euch, hütet euch, die Gefühle eines anderen zu verletzen, auch wenn er ein Übeltäter ist und euch Böses wünscht. Schaut nicht auf die Geschöpfe, wendet euch ihrem Schöpfer zu.
Abdu’l-Babá
Wahrer Friede bedeutet nicht bloß die Abwesenheit von Konflikten, sondern die Gegenwart von Gerechtigkeit.
Mahatma Gandhi

Ein friedfertiger Mensch ist mehr nütze als ein gelehrter.
Thomas von Kempen

Der Friede geht aus von dem, der Liebe sät und sie Taten werden lässt.
Die Werke der Liebe sind immer Werke des Friedens; wo Liebe ist, da ist Frieden.
Mutter Teresa

Der Frieden kommt durch Verständigung, nicht durch Vereinbarung.
Arabisches Sprichwort

Krieg ist, wenn Menschen aufeinander schießen, die sich nicht kennen,
auf Befehl von Menschen, die sich wohl kennen, aber nicht aufeinander schießen.
George Bernard Shaw

Der Friede vermag alles, der Krieg nichts.
Bruno Kreisky

Die deutliche Sprache der Gewehre verstehen immer nur die Erschossenen.
Wolf Biermann

Frieden kannst du nur haben, wenn du ihn gibst.
Marie von Ebner-Eschenbach

Dauernder Friede kann nicht durch Drohungen, sondern nur durch den aufrichtigen Versuch vorbereitet werden, gegenseitiges Vertrauen herzustellen.
Albert Einstein

Der Friede Gottes ist nicht Ruhe, sondern treibende Kraft.
Albert Einstein

Die Erhaltung des Friedens beginnt damit, dass der einzelne Mensch friedliebend ist. Wer selbst keinen inneren Frieden kennt, wird auch in der Begegnung mit anderen Menschen keinen Frieden finden.
Dalai XIV. Lama

Bei Gott, er ist nicht gläubig!
Bei Gott, er ist nicht gläubig!
Bei Gott, er ist nicht gläubig!
Schwor der Prophet.
»Wer ist nicht gläubig, o Gesandter Gottes?« fragten seine Gefährten.
»Derjenige, vor dem sich sein Nachbar nicht sicher fühlen kann.«
Muslimische Überlieferung

Jeder Krieg ist eine Niederlage.
Any war is a defeat.
Toute guerre est une défaite.
Ogni guerra e una sconfitta.
Johannes Paul II

Im Frieden werden die Väter von ihren Söhnen begraben, im Krieg aber die Söhne von ihren Vätern.
Herodot

Im Krieg verliert auch der Sieger.
Italienisches Sprichwort

Nicht der Krieg, der Friede ist der Vater aller Dinge.
Willy Brandt

Gewalt schafft niemals einen dauerhaften Frieden.
Martin Luther King

Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden.
Paulus an die Römer
Nachdem ich zum Verzicht bereit war, fand ich den Frieden.
Antoine de Saint-Exupéry

Durch Begegnung entsteht Friede.
Ralf Kennis

Die Friedensliebe fängt damit an, dass man aufhört, von gerechten Kriegen zu sprechen.
Sigmund Graff

Welch große Eroberung ist der Friede! Wenn du einem Menschen den Frieden schenkst, würde er lieber zahllose weitere Schmerzen auf sich nehmen, als ihn wieder zu verlieren. Denn alle zusammen wiegen nicht ein Leben ohne Frieden auf.
Chiara Lubich

Frieden entstammt einem in sich ruhenden Herzen, das keinen Neid kennt und nicht nach materiellem Gewinn giert.
Yehudi Menuhin

Wenn man Frieden will, muss man immer derjenige sein, der zuerst die Hand reicht.
Yitzak Rin

Teilweise aus: Der Friede lässt uns keine Ruhe. Hundert Worte über den Frieden. Wilhelm Mühs (Hg), Verlag Neue Stadt, Münchener Str. 2, D – 85667, Oberpframmern, München 2001, 112 Seiten, www.neuestadt.com, ausgewählt von R. Kennis

Die Erwachsenen wollen uns nicht verstehen, „wir sollen Maschinen sein“

Dezember 15th, 2016

Heute aktueller denn je.

Eine 15jährige Schülerin schreibt in „Die Zeit“ (Nr. 34 v. 18. August 2011, S. 11) unter dem Titel „Mein Kopf ist voll“: „Auf dem Gymnasium wird uns beigebracht, uns eine eigene Meinung zu bilden, aber nicht, wie wir sie äußern und damit etwas bewirken können. Ich finde aber, wenn einen etwas stört, ganz egal, wie winzig es für jemand anderen sein mag, muss man dagegen kämpfen. Es mag für einige übertrieben klingen, aber die Schule nimmt mir gerade das Wichtigste, was ich besitze: meine Kindheit.“

An anderer Stelle sagt Yakamoz Karakurt, die auf ihrem Zeugnis überall nur einsen und zweien hat: „Aber ich frage mich, ob einige der Erwachsenen, die Entscheidungen für uns treffen, schon einmal versucht haben, sich in uns hineinzuversetzen? Damit meine ich jeden Erwachsenen, den es überrascht, was ich hier schreibe. Sie wissen nicht, wie es uns geht, weil sie es nicht wissen wollen. Wir sollen Maschinen sein, die funktionieren und das mindestens 10 Stunden am Tag. Aber funktionieren heißt nicht gleich lernen. Lernen bedeutet nämlich vor allem eins: Erfahrungen sammeln.“

Dem Populismus wie begegnen? ein Vorschlag

Dezember 14th, 2016

Mein Eindruck: In der öffentlichen Diskussion in Deutschland schlägt das das Pendel ­­­ nach der Trump-Wahl wieder in eine völlig andere Richtung aus: Verständnis zeigen für Befürchtungen und Ängste in der Bevölkerung angesichts eines wachsenden Populismus, der ziemlich schnell auch in Ausgrenzung und Abschottung gegenüber  Migranten, Andersdenkenden, usw. führt. Wer Ängste schürt, leistet dem Ganzen negativen Trend weiteren Vorschub.

Wesentlich effektiver ist meiner Meinung nach, dem Ganzen etwas Positives gegenüber zu stellen. Ängste oder Phobien kann und sollte man, so sagt die Psychotherapie, therapieren, behandeln und ihnen nicht nachgeben, sich ihnen nicht hingeben.

Sich ihnen zu verschließen oder sie zu ignorieren, bedeute jedoch, ihnen weiteren Vorschub zu leisten. Verständnis für die Menschen, die Ängste äußern, halte ich für richtig, jedoch könnten wir bei allem Mitgefühl auch Beispiele aus unserer positiven Lebenspraxis, von denen es sehr viele gibt, aufzeigen, wie z.B. die viel zitierte Willkommenskultur sowie die vielen Menschen, die sich nach wie vor für Flüchtende, Obdachlose, arme, kranke und alte Menschen engagieren..

Wenn ich höre, dass Europa, für dessen Einigkeit ich immer eingetreten bin, sich abschottet, schäme mich für mein Land und dieses Europa, das ganze Familien wieder abschieben oder den Familienzuzug begrenzen will und empfinde meine/unsere jahrelange Arbeit als überflüssig, unnütz, sollten sie wieder gehen müssen. Wovor oder vor wem müssen wir uns eigentlich „schützen“? Schützen muss man sich doch vor Überfällen, vor Aggressoren. Das sind aber nicht die flüchtenden Menschen. Insofern finde ich Merkels Politik nach wie vor gut und richtig. Natürlich müssen wir mehr Anstrengungen unternehmen, die Ursachen der Flucht zu beseitigen, damit die Menschen in ihren eigenen Ländern eine Perspektive für sich und ihre Familien bekommen.

Alle Jahre wieder wird uns die PISA-Studie beschert

Dezember 14th, 2016

Alle Jahre wieder die PISA-Studie unter dem Weihnachtsbaum

„The more students are grouped by ability, the lower their motivation to learn.“ (Dylan, William, renommierter britischer Erziehungswissenschaftler zur Pisa-Studie auf Twitter). Schwächen dieser Studie zeigte u.a. der Bildungsforscher Prenzel auf (Zeit Nr. 50 2015, S. 86 f), wenn er den Auftrag von Pisa in erster Linie beim „messen“ sieht. Es werden ausschließlich kognitive Fähigkeiten gemessen. Soziale Kompetenzbereiche, wie z.B. Teamfähigkeit, die in der Wirtschaft mindestens genauso gefragt sind, können nicht gemessen werden.

Diejenigen Länder, die bei PISA ganz vorne liegen, haben einen ganz geringen Anteil von Migrantenkindern in den Schulen. Dieser Faktor wird überhaupt nicht berücksichtigt. In Korea und Japan besitzt das Lernen und Pauken einen derart hohen Stellenwert, dass z.B. Korea die höchste Selbstmordrate bei Schülerinnen und Schülern hat. Auf den Hochhäusern wurden Zäune errichtet, um die Kinder vor dem Herunterspringen zu hindern. Schöne Bescherung! Wollen wir derartige Verhältnisse auch bei uns?

Die Beachtung der Ergebnisse der Pisa-Studie insbesondere bei der Bildungspolitik in Deutschland ist total überzogen. Nach dem „Schrei des Entsetzens“ und dem so genannten „Pisa-Schock“ vor zwölf Jahren setzte eine regelrechte Pisa-Hysterie ein. In 10 Jahren setzte die Berliner Schulverwaltung Schüler, Lehrer und Eltern mit über 24 strukturellen Reformen unter erheblichen Druck, was teilweise krank machte. Nachdem immer mehr Lehrerinnen und Lehrer krank wurden, sahen sich die Schulverwaltungen einiger Bundesländer gezwungen, etwas für die Lehrergesundheit zu tun, um ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Fürsorgepflicht nachzukommen, die in Berlin vorsätzlich vernachlässigt wird. Ganze Institute widmen sich aktuell der Lehrergesundheit.

Erst vor Kurzem bewies Hattie in seinen Metastudien „Visible Learning“ (Hattie et al. verglich über 50 000 Studien mit 83 Millionen Schülerinnen und Schülern), dass nicht Strukturreformen, sondern der Lehrer, die Lehrerin entscheidend für den Lernerfolg sei. Hattie spricht von Empathie, Zuwendung, Verständnis und einem guten Feed-Back, während die deutschen Reformer am grünen Tisch Maßnahmen aus dem Wirtschaftsmanagement (Klippert) bemühten, was m.E. auf die Schule angewandt vollkommen verfehlt ist, weil es im Umgang mit Heranwachsenden Kriterien gibt, die wesentlich wichtiger für die Entwicklung Heranwachsender sind (s.o.).  Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in den Vordergrund zu rücken ist zwar nicht verkehrt, muss aber auf die Schule angewandt, völlig anders konzipiert werden als in der Wirtschaft. Der größte Teil der Kolleginnen und Kollegen macht eine hervorragende, aufopferungsvolle Arbeit mit zusätzlichem zivilgesellschaftlichen Engagement. Das hält Schule zusammen.

LASST ENDLICH DIE LEHRERINNEN und LEHRER IN RUHE IHRE ARBEIT MACHEN!

Im Zeitalter der Faktenchecks

Dezember 13th, 2016

Ist das, was ich gerade gelesen oder gehört habe postfaktisch oder nicht?

Wer wirklich daran interessiert ist, herauszufinden, was wirklich stimmt, ist auf Faktenchecks auch angewiesen, aber nicht nur. In der allgemeinen Kakophonie, wo teilweise auch wissentlich Des- bzw. Falschinformationen vor allem in den elektronischen Medien verbreitet werden, weil Meinungen manipuliert werden sollen, sollte man sehr vorsichtig mit dem sein, was gerade verbreitet wird, egal wo. Eine objektive Berichterstattung gibt es und gab es nie. Diese Erkenntnis setzte sich im sog. Informationszeitalter immer mehr durch, insbesondere wenn Roboter Beiträge verfassen und den Meinungsaustausch manipulieren (s. Zeit Nr.46 2016). Skepsis ist allenthalben angebracht, auch um sich selbst zu schützen.

Deine Meinung ist wichtig. Meine auch. Für den Einzelnen wird es jedoch immer schwieriger, sich eine eigene Meinung zu bilden angesichts der Komplexität in einer globalisierten Welt. Einige gehen sogar so weit, zu sagen, dass eigene unabhängige Meinungsbildung heute nicht mehr möglich sei. Diese ist jedoch von Bedeutung, wenn Entscheidungen zu fällen sind, im Kleinen wie im Großen. Wer gibt heute zu, fehlerhafte Entscheidungen aufgrund von Falschinformationen getroffen zu haben? Davon bleiben wir alle aber nicht verschont. Aus dem Bauch heraus zu argumentieren ist zuerst einmal sehr einfach. Auch Emotionen sind ein Fakt. Ihnen jedoch nachzugeben und aus ihnen heraus Argumentationen zu konstruieren (Hassparolen z.B.), wenn offensichtlich ist, dass diese anderen schaden bzw. negative Folgen für andere haben können, ist das ratsam für ein gedeihliches Zusammenleben der Menschen untereinander?

„Die Wahrheit liegt in der Mitte“ sagt ein Sprichwort. Sie zu entdecken in den Grenzen unserer Interpretationsmöglichkeiten, die jedem Menschen gesteckt sind, darin besteht die Herausforderung unserer Zeit. Sich anderen Sichtweisen zu öffnen, im anderen die gleichen Grenzen zu erkennen, ermöglicht Dialog. In ihm kann eine neue Interpretation der Wahrheit gefunden werden, neue, nicht festgefahrene und vordefinierte Horizonte können gemeinsam erspürt (im wahrsten Sinne des Wortes) werden. Nicht das Beharren auf eigene Ansichten, sondern das Anerkennen der anderen ebenfalls begrenzten Überzeugungen führt m.E. letztendlich weiter. In einem derartigen Dialog wird nichts a priori abgelehnt, was der Suche nach dem Richtigen und Wahren in den Wissenschaften, aber auch in der Technologie oder einfach im gegenseitigen Meinungsaustausch dienen soll. Gemeinsame existenzielle Erfahrungen können nicht nur die Interpretationen des anderen akzeptieren, sondern können  konstruktive Dialogsituationen ermöglichen, in denen sich Wege zur Wahrheitsfindung eher eröffnen.

 

Ursachen und Folgen des Brexit

August 10th, 2016

Seit meiner Jugend, bereits als Schüler, setze ich mich für ein geeintes Europa ein. Die Großveranstaltung „Miteinander für Europa“ [miteinander-wie-sonst.de] hat 2016 in München eindrucksvoll gezeigt, dass der Weg dorthin nicht unmöglich ist.

Hier einige Zitate von Habermas, der als scharfer Analytiker gilt (aus einem Interview über den Brexit, Zeit N° 29 vom 07. Juli 2016):

„Die Wahrnehmung der drastisch gewachsenen sozialen Ungleichheit und das Gefühl der Ohnmacht, dass die eigenen Interessen auf der politischen Ebene nicht mehr repräsentiert werden, schaffen den Motivationshintergrund für die Mobilisierung gegen Fremde, die Abkehr von Europa, den Hass auf Brüssel.“ (…) „Wie hätte sich in der breiten Bevölkerung eine europafreundliche Einstellung durchsetzen können, wenn sich die politische Führung über Jahrzehnte so verhalten hat, als ob eine rücksichtslos strategische Vertretung nationaler Interessen für den Zusammenhalt in einer supranationalen Staatengemeinschaft ausreichte?“ (…) „Die sozialpathologischen Züge einer politisch enthemmten Aggressivität deuten darauf hin, dass die alles durchdringenden systemischen Zwänge einer ungesteuert ökonomisch und digital zusammenwachsenden Weltgesellschaft die Formen der sozialen Integration überfordern, die im Nationalstaat eingespielt waren. Das löst Regression aus.“

Und natürlich bei den Jugendlichen, die ich unterrichtete, Indifferenz gegenüber politischen Fragen und zum großen Teil Ablehnung.

Habermas weiter: „Wie alle Symptome, so hat auch das Gefühl des Kontrollverlustes einen realen Kern – die Aushöhlung der nationalstaatlichen Demokratien, die den Bürgern bisher die Chance gegeben haben, über wichtige Bedingungen ihrer gesellschaftlichen Existenz mitzubestimmen. Das britische Referendum liefert anschauliche Belege für das Stichwort «Postdemokratie». Offenbar ist die Infrastruktur, ohne die eine politische Öffentlichkeit nicht funktionieren kann, zerfallen. (…)  Eine Alternative findet sich hier: politik-und-geschwisterlichkeit.de

H: „Nach der Ideologie des Silicon Valley werden ja Markt und Technologie die Gesellschaft retten und so etwas Altmodisches wie Demokratie überflüssig machen.“ Habermas sagt, dass „die für die Gesamtgesellschaft relevanten wirtschaftlichen Weichenstellungen der demokratischen Willensbildung entzogen sind“.  (…) „Für den Soziologen Wolfgang Streeck ist die EU eine Deregulierungsmaschine. Sie habe die Nationen nicht vor einem wild gewordenen Kapitalismus geschützt, sondern sie ihm erst ausgeliefert. Nun müssten die Nationalstaaten die Sache wieder selbst in die Hand nehmen.“ H. spricht von „entdemokratisierenden Folgen der neuen politischen und rechtlichen Formen des «Regierens jenseits des Nationalstaates» und von einer Abdankung der Polotik vor den Imperativen unregulierter Märkte.“ (…)

„Wie muss sich ein Spanier, Portugiese und Grieche fühlen, der im Zuge einer vom Europäischen Rat beschlossenen Sparpolitik seinen Arbeitsplatz verloren hat? Er kann die deutschen Regierungsmitglieder, die diese Politik in Brüssel durchgesetzt haben, nicht belangen. Denn er kann sie weder wählen noch abwählen. Stattdessen konnte er während der Griechenlandkrise lesen, dass dieselben Politiker eine Mitverantwortung für die sozial desaströsen Folgen, die sie doch mit solchen Sparprogrammen billigend in Kauf genommen hatten, entrüstet ablehnten. Solange diese undemokratische Fehlkonstruktion nicht abgeschafft wird, darf sich über antieuropäische Stimmungsmache nicht wundern. Demokratie in Europa lässt sich auf keine andere Weise erreichen als durch eine Vertiefung der europäischen Kooperation.“

Deutschland erkaufte sich die „gute Konjunkturlage“ mit dem Ausverkauf der Bildung, der Infrastrukturen, usw. In Deutschland haben wir eine zunehmende Altersarmut. Wie kann es sein, dass jemand, der 40 Jahre und länger arbeitete, von Hartz 4 abhängig ist? Man braucht sich nur die vielen maroden Schulen anzuschauen [die letzten 30 Jahre bekamen die Schulen immer weniger Geld; das ist Raubbau an der jungen Generation] oder die kaputten Straßen, und, und … Noch ein Wort zu den flüchtenden Menschen vor den EU-Grenzen: Man kann doch nicht im Ernst davon ausgehen, dass durch diesen faulen Kompromiss mit der Türkei „das Flüchtlingsproblem“ (hier von einem Problem zu sprechen, ist bereits entwürdigend für die flüchtenden Menschen) für uns Europäer gelöst sei. Wir verlagern diese Frage nur und verschließen die Augen. Menschlich ist das nicht und christlich schon gar nicht – das sagte auch Franziskus.

10.08.2016

 

Ein Muslim und ein Christ im Gespräch

August 2nd, 2016

Wie ein Muslim und ein Christ ins Gespräch kommen können, hat bereits Karl May eindrucksvoll beschrieben:

aus: Karl May: Durchs wilde Kurdistan

„Du weißt vielleicht noch nicht, dass du mir bekannt bist, Effendi,“ sagte er zu mir. „Isla hat mir viel von dir erzählt. Er hat dich lieb, und so hast du auch mein Herz besessen, obgleich wir uns noch nicht gesehen haben.“

„Deine Worte machen meine Seele leicht,“ anwortete ich. „Wir befinden uns nicht in der Wüste oder bei den Weideplätzen eines Beduinenvolkes, und es ist daher nicht überall gewiss, dass man willkommen geheißen wird.“

„Ja, die schöne Sitte unserer Väter verliert sich von Jahr zu Jahr immer mehr; sie verschwindet in den Städten und zieht sich klagend in die Wüste zurück. Die Wüste ist der Geburtsort der Hilfsbedürftigkeit, aber Allah lässt gerade in ihr die Palme der Bruderliebe wachsen. In der großen Stadt fühlt sich der Fremdling verlassener als in der Sahara, wo kein Dach ihm den Anblick von Allahs Himmel raubt. Du warst in der Sahara, wie ich vernommen habe; hast du nicht gefühlt, dass ich die Wahrheit sage?“

„Allah ist überall, wo der Mensch den Glauben an ihn im Herze trägt. Er wohnt in den Städten, und er blickt auf die Hammada; er wacht über den Wassern und er rauscht durch das Dunkel des Urwaldes, er schafft im Innern der Erden und in den hohen Lüften; er regiert den leuchtenden Käfer und die blitzenden Sonnen; du hörst ihn im Jubel der Lust und im Ruf des Schmerzes; sein Auge glänzt aus der Träne der Freude und schimmert aus dem Tropfen, mit dem das Leid die Wange befeuchtet. Ich war in den Städten, wo Millionen wohnen, und ich war in der Wüste, von jeder Wohnung weit entfernt, aber niemals habe ich gefürchtet, allein zu sein, denn ich wusste, dass Gottes Hand mich hielt.“

„Effendi, du bist ein Christ, aber ein frommer Mann; du bist wert, ein Moslem zu sein, und ich ehre dich, als ob die Lehre des Propheten die deinige sei …“

Muslime in meinem Unterricht

Mai 12th, 2016

Bereits mehrmals wurde ich zu einer Stellungnahme über meine Erfahrungen mit muslimischen Schülerinnen und Schülern gebeten:

40 Jahre arbeitete ich als Lehrer an mehreren Berliner Gesamtschulen. In diesen vier Jahrzehnten hatte ich seit Beginn muslimische Schülerinnen und Schüler in meinem Unterricht und in meinen Klassen, die ich als Klassenlehrer betreute. Manchmal waren es nur ca. 20% (vor allem zu Beginn meiner Laufbahn), manchmal über 80% Muslime in einer Gruppe. Die letzten 6 Jahre unterrichtete ich auch das Fach Ethik, welches in Berlin zu einem Pflichtfach wurde. Mit diesen Gruppen besuchte ich christliche Kirchen, Moscheen und beispielsweise buddhistische Gemeinschaften in Berlin. Wir behandelten ganz offen Themen wie: Das Tragen des Kopftuches, die Rolle der Frau im Islam, usw. Zusammengefasst in einem Satz: In ganz wenigen Fällen (ich erinnere mich nur an zwei – in wie gesagt 40 Dienstjahren) war der Islam für meine Schülerinnen und Schüler ein konfliktbeladenes Thema. Für die Jugendlichen (Klassenstufe 7 bis 13) war es nie ein Problem, mit andersgläubigen jungen Menschen zusammen in die Schule zu gehen. Konflikte entstanden ab und zu aus pubertären Gründen (zwischen Jungen und Mädchen) und zwischen Türken und Arabern. Im Ethikunterricht waren es die muslimischen Mädchen, die – im Gegensatz zu den deutschen Schülerinnen und Schülern – ethisch fundierte Meinungen zu verschiedenen Themen vertraten, beispielsweise zur Rolle der Familie in der Gesellschaft. Ich denke gerne zurück an meine fast nur positiven Erfahrungen mit muslimischen Schülern.

Über die jetzige Diskussion wundere ich mich immer wieder.

Teamteaching

März 24th, 2016

Zum Artikel „Die neuen Lehrer“ in ZEIT N°10 2016

Bei der  Gründung der Gesamtschulen vor ca. 45 Jahren, die damals in Berlin Regelschulen wurden, war das sog. Teamteaching durchaus geplant, jedoch sehr wenig praktiziert, ich vermute aus finanziellen Gründen. Zwei Lehrer in einer Klasse. Wie gerne hätte ich solche Bedingungen zu Beginn meiner Karriere vorgefunden. Wir waren alle jung und hoch motiviert, konferierten wöchentlich in Jahrgangs- und Fachteams und trafen uns in privaten Wohnungen außerhalb der Schule an Wochenden zur Entwicklung gesamtschulspezifischer Curricula und Materialien. Gegenseitige Hospitationen und sowohl Lehrer- als auch Schülerfeedbacks sowie der kollegiale Austausch über einzelne Schülerinnen und Schüler während der zahlreichen „Springstunden“ (stundenplanbedingte Freistunden, die auch als Bereitschaftsstunden für eventuelle Vertretungen genutzt wurden) auch an den Nachmittagen der Ganztagsschulen waren an der Tagesordnung. Die Studie bestätigt das: »Ein Vergleich der in der Schule vorfindbaren Rahmenbedingungen verdeutlicht, dass insbesondere an vollgebundenen Ganztagsschulen günstige Ausgangsbedingungen für die Schaffung von Kooperationsbeziehungen gegeben sind. Dazu gehören die Integration von Kooperationszeiten in den Arbeitsalltag, die Präsenz von Lehrkräften am Nachmittag, die Unterstützung durch die Schulleitung und auch die stärkere Etablierung von Kooperationsstrukturen in Form von Jahrgangsteams oder jahrgangsübergreifenden Fachgruppen.«(S. 35) Jeder Lehrer besaß außerdem einen Arbeitsplatz in der Schule, jedes Fachteam hatte ein eigenes Lehrerzimmer, so dass fast immer ein Fachkollege/ein Kollegin anspechbar war. Weiterhin waren in den Planungen für die neu zu gründenden Gesamtschulen Sozialpädagogen und Schulpsychologen ausgewiesen, die in der Schule anwesend und immer ansprechbar sein sollten, ein Versprechen, das nicht eingehalten wurde. Bedauerlicherweise wurde das Gesamtschulkonzept von der Politik klein- fast möchte ich sagen kaputtgeredet. Die Schulen unterlagen spätestens seit den 90er Jahren in Berlin einem rigorosen Sparzwang. Jedes Jahr gab es neue Mittelkürzungen, so dass schließlich die Gesamtschule zum Scheitern verurteilt war, obwohl wesentlich mehr Schülerinnen und Schüler die Hochschulreife erlangten als zur Zeit des dreigliedrigen Schulsystems. Dieses wurde parallel beibehalten, m.E. ein Fehler, den die Politik erst vor Kurzem bei der Einführung der Sekundarschulen in Berlin korrigierte. Der Titel „Die neuen Lehrer“ in ZEIT N°10 2016 ist demnach genauso anwendbar auf  die Gesamtschullehrer der 1970er und 1980er Jahre. Für diese Erfahrung bin ich dankbar und wünsche jedem Kollegen und jeder Kollegin der in Ihrem Artikel erwähnten Schulen Durchhaltevermögen sowie weiterhin einen hohen Motivationsgrad. „Neue Lehrer“ mit einer hohen Kooperationsbereitschaft gab es zu jeder Zeit. Kooperation ist jedoch nicht alles. Hinzu kommen müssen entsprechende Rahmenbedingungen. Jedoch bin ich skeptisch gegenüber der Behauptung von Kunter, dass „der Lehrer am Limit“ eine Randerscheinung sei, da nach meiner Erfahrung die wenigsten Lehrerinnen und Lehrer das reguläre Rentenalter erreichen. Auch dazu gibt es repräsentative  Studien.

Ralf Kennis