Für eine Kultur des Friedens

Für eine Kultur des Friedens

Aus hoch aktuellem Anlass geben wir hier noch einmal den Friedensappell wieder, der von den „Jugendlichen für eine geeinte Welt“ in Bezug auf die Balkankriege (1991 bis 2001) mit dem Titel „Für eine Kultur des Friedens“ an die politischen Organe ihrer Länder sowie die internationalen Organisationen richteten. Junge Menschen wollen Abrüstung, Rüstungskontrolle sowie eine Abkehr von der Spirale der Gewalt. Gilt unseres Erachtens auch für die aktuellen Konflikte.

FÜR EINE KULTUR DES FRIEDENS

Der Konflikt im ehemaligen Jugoslawien verursacht nach wie vor unsagbares Leid in der Bevölkerung. Er reißt aIte Wunden zwischen \/ölkem und Volksgruppen wieder auf, die bereits die Erfahrung des friedlichen ZuammenIebens und der Inklusion gemacht haben.
Mehr als zwei Jahre lang haben weder diplomatische Bemühungen noch Aktionen der internationalen Gemeinschaft, noch der Druck der öffentlichen Meinung diesem Krieg von unerhörtem Ausma8 ein Ende setzen können. Dies stellt für uns genauso eine Anfrage dar wie die gewalttätigen Auseinandersetzungen im Kaukasus, im Sudan, in So- malia, Angola, Liberia, Burundi, Sri Lanka, Afghanistan und an anderen Orten unseres Planeten.
Wir mißbilligen diese Situationen nachdrücklich. Jedes Volk hat das Recht, im eigenen Land frei und in Frieden zu leben. Nur der Respekt vor der Würde jedes Menschen und vor der Identität jeder Gemeinschaft und Jedes Volkes können ein friedliches Zusammenleben ermöglichen, nicht jedoch der Rückgriff auf das Unrecht der Gewalt.
Der Krieg auf dem Balkan hätte—wie jedes andere Blutvergießen auf unserem Paneten auch — früher beendet werden können. Stattdessen ist es zu einer weitverbreiteten Gleichgültigkeit gekommen.
Wir wenden uns mit diesem APPELL an die politischen Organe unseres Landes und an die internationalen Organisationen. Sie sollen entschiedene Maßnahmen ergreifen und die menschenverachtenden Mechanismen entlarven, die eine Fortsetzung der aktueI|en Krlege trotz der hohen \’erIuste an Menschenleben ermóglichen.
Eine Lösung des Konflikts auf dem Balkan setzt vor allem die Entwaffnung der Konfiktpartner voraus.
Nur eine wirksame Kontrolle des Weffenhandels, der von der Spirale der Gewalt profitiert, kann zu einem wahren Frieden führen. Daher fordem wir ein Ende des Gewlnnstrebens und die schrittweise Umstrukturierung der Rüstungsindustrie.
Gleichzeltig müssen auch die unmitte|baren Notsitionen angegangen werden. Daher hoffen wir auf die Bereitschaft, viele Flüchtende aufzunehmen sowie Maßnahmen der medizinischen Betreuung und der humanitären Hilfe zu unterstützen. Dafür engagieren wir uns. Denn nur die Logik der Liebe, der gegenseitigen Wertschätzung, kann die Strukturen des Todes ins Wanken bringen.
Gemeinsam mit allen, die daran glauben, bemühern wir uns, beginnend in unserem Lebensumfeld eine geeinte Menschheitsfamilie zu verwirklichen, als Antwort auf die Übel, die heute die Menschheit bedrohen.
Wir wollen unsere Gegenwart und unsere Zukunft entscheidend mitgestalten. Wir geben uns nicht zuFRIEDEn, bis der FRIEDE „ausbricht“.

 

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