Mangelnde Sicherheit in Nigeria ist ein Bildungsproblem
„Die mangelnde Sicherheit in Nigeria ist letztlich kein militärisches Problem. Wir klagen über Banditen und Terroristen, vergessen aber, dass die Gesellschaft sie hervorgebracht hat. Laut Unicef ist die Zahl der Kinder, die in Nigeria keine Schule besuchen, auf rund 18,3 Millionen gestiegen, wobei die Angst vor Anschlägen viele davon abhält, zur Schule zu gehen. Ein Kind, das nie ein Klassenzimmer betritt, wird leicht zum Werkzeug von Extremisten. Ein Schulabbrecher ist anfällig für die Rekrutierung durch Kriminelle. Ein junger Erwachsener ohne Zukunft kann zur Waffe in den Händen eines jeden werden, der ihm Geld anbietet. Wir sagen: wenn der Geist leer ist, findet Gewalt einen Platz. Bei dieser Krise geht es weniger um Waffen als um Werte: Das Mitgefühl fehlt, die Moral ist geschwächt, das Verantwortungsgefühl verschwunden. Es fehlt uns an Menschlichkeit. (…) Um ein neues Nigeria aufzubauen, muss zuerst das Bildungswesen reformiert werden, denn dort beginnt die Unsicherheit. Nigeria muss gebildet werden, bevor es sicher sein kann.“ Erzbischof Ignatius Ayau Kaigama im ZEIT-Interview (ZEIT N°1 vom 30. Dezember 2025 „Die Gewalt trifft uns alle“)
Analog trifft das Gesagt auf Kriege und andere gewaltsame Konflikte zu.