Muslime in meinem Unterricht

Bereits mehrmals wurde ich zu einer Stellungnahme über meine Erfahrungen mit muslimischen Schülerinnen und Schülern gebeten:

40 Jahre arbeitete ich als Lehrer an mehreren Berliner Gesamtschulen. In diesen vier Jahrzehnten hatte ich seit Beginn muslimische Schülerinnen und Schüler in meinem Unterricht und in meinen Klassen, die ich als Klassenlehrer betreute. Manchmal waren es nur ca. 20% (vor allem zu Beginn meiner Laufbahn), manchmal über 80% Muslime in einer Gruppe. Die letzten 6 Jahre unterrichtete ich auch das Fach Ethik, welches in Berlin zu einem Pflichtfach wurde. Mit diesen Gruppen besuchte ich christliche Kirchen, Moscheen und beispielsweise buddhistische Gemeinschaften in Berlin. Wir behandelten ganz offen Themen wie: Das Tragen des Kopftuches, die Rolle der Frau im Islam, usw. Zusammengefasst in einem Satz: In ganz wenigen Fällen (ich erinnere mich nur an zwei – in wie gesagt 40 Dienstjahren) war der Islam für meine Schülerinnen und Schüler ein konfliktbeladenes Thema. Für die Jugendlichen (Klassenstufe 7 bis 13) war es nie ein Problem, mit andersgläubigen jungen Menschen zusammen in die Schule zu gehen. Konflikte entstanden ab und zu aus pubertären Gründen (zwischen Jungen und Mädchen) und zwischen Türken und Arabern. Im Ethikunterricht waren es die muslimischen Mädchen, die – im Gegensatz zu den deutschen Schülerinnen und Schülern – ethisch fundierte Meinungen zu verschiedenen Themen vertraten, beispielsweise zur Rolle der Familie in der Gesellschaft. Ich denke gerne zurück an meine fast nur positiven Erfahrungen mit muslimischen Schülern.

Über die jetzige Diskussion wundere ich mich immer wieder.

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